Stammesgeschichte

2010
Das Pfingstlager fand in Roßhaupten (bei Füssen) am Forggensee statt, mit Blick auf Schloss Neuschwanstein. Erstmals übernimmt die Jungrovergruppe (Name nicht eindeutig klar) selbstständig die Planung. Außerdem steigt die Teilnehmerzahl gegenüber dem Vorjahr wieder etwas an.

Die Pfadiwiese wurde im zweiten Jahr rege genutzt, außerdem wurde dort fleißig gearbeitet (z.B. an der Grillstelle).

In Blaubeuren, im Naturfreundehaus im Ried steht das StaWo unter dem Motto Asterix und Obelix. Hier waren es letztendlich so viele Kinder, dass nicht alle Rover und Leiter ihr eigenes Bett bekommen haben.

 

1960 – 2009
Wagt es!“
Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg, Stamm Hl. Kreuz Deggingen

Die Gründung des Stammes Hl. Kreuz Deggingen der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) geht auf das Jahr 1962 zurück, initiiert von einer Gruppe junger Leute um Siegfried Schweizer, die der pfadfinderische Gedanke faszinierte. Die damals noch rein männliche Jugendgruppe wuchs rasch und konnte neben der regelmäßigen Gruppenarbeit und den jährlichen Zeltlagern und Freizeiten bald auch größere Projekte verwirklichen.

Dazu zählten z. B. mehrere Austauschtreffen mit einer Pfadfindergruppe aus Chichester / England Anfang der 1970er Jahre, eine Skandinavienfahrt (1978) und die Teilnahme an der Touristenseelsorge am Gardasee in Zusammenarbeit mit der Diözese Rottenburg-Stuttgart (1979). 1985 wurde die Gruppenarbeit auch Mädchen zugänglich gemacht und die bisher verbandslose „Katholische Mädchenjugend“ Deggingens in den Stamm integriert. In den folgenden Jahren konnte ein großer Mitgliederzuwachs verzeichnet werden.

Inhaltlich versteht sich die DPSG als katholischer, internationaler Kinder- und Jugendverband, dessen Ziel die Erziehung von jungen Menschen zu Selbstständigkeit und Eigenverantwortung ist. Dabei sind die Mitglieder in vier verschiedenen Altersstufen organisiert. Wöchentliche Gruppenstunden in den Vereinsräumen im Canisiusheim bilden die Basis der Arbeit, jährlich werden außerdem für Kinder und Jugendliche Freizeiten und Lager organisiert, bei denen die Interessen der Teilnehmer im Zentrum stehen. Aktionen zu verschiedenen Themen auf Stammes- und Bezirksebene sowie die Mitwirkung in der Kirchengemeinde runden das Spektrum der Aktivitäten ab.

Jede Pfadfinderstufe hat ihre altersspezifischen Themen; übergeordnet ist diesen jedoch ein Eintreten für Ökologie, Internationale Gerechtigkeit, Völkerverständigung, Weltoffenheit und Toleranz. Nicht zuletzt spielt der Umweltschutz eine wichtige Rolle. Pfadfinder lernen, im Leben »draußen« die Natur zu bewahren und Verantwortung für die Schöpfung zu entwickeln. Jährlich am 3. Advent geben die Degginger Pfadfinder das »Friedenslicht aus Betlehem« weiter und symbolisieren dadurch ihren Einsatz für den Frieden.

Der Stamm Deggingen hat seit seinem Bestehen schon vieles erreicht: Das wohl größte Zeltlager in der Degginger Pfadfindergeschichte war das Pfingstlager 1994 auf dem Schachen mit 110 Teilnehmern. In den 1980er und 1990er Jahren wurden ebenfalls mehrere größere Fahrten nach England, Schottland und Dänemark unternommen, .Das 25-jährige Jubiläum des Stammes wurde 1987 mit einem Schaulager und einer Ausstellung gefeiert, das 30-jährige Jubiläum fand 1992 rund um das Canisiusheim statt. 2002 feierte man das 40-jährige Jubiläum drei Tage lang. Höhepunkte waren ein Freilichtkino sowie das Musikevent „Rock am Bächle“, das daraufhin bis 2008 jährlich stattfand.

Ein wichtiger Aspekt der Arbeit des Stammes war und ist die Mitarbeit in der Kirchengemeinde. Die Gestaltung von Jugendgottesdiensten und Frühschichten, Maiandachten und Blumenteppichen zu Fronleichnam und die Mithilfe bei Gemeindefesten gehören als fester Bestandteil zum Stammesleben.

»Die Pfadfinderbewegung zeigt einen Weg für Menschen auf, die sich nicht mit dem Erreichten zufrieden geben und sich für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung engagieren.« (Ordnung der DPSG)

Entsprechend der pfadfinderischen Leitlinie „Leben in tätiger Solidarität“ spielt das Engagement für soziale Projekte eine bedeutende Rolle in der Arbeit des Stammes. So findet jährlich die Aktion „Flinke Hände, Flinke Füße“ (FHFF) statt. Das bei Verkaufsaktionen, Veranstaltungen und in früheren Jahren bei angebotenen Hilfsdiensten eingenommene Geld wird an soziale Projekte gespendet, die vor allem Kinder in Not und in Krisengebieten unterstützen. 2009 gewannen die Pfadfinder des Bezirks Hohenstaufen beim Ehrenamtspreis Baden-Württemberg den zweiten Preis. Ausschlaggebend hierfür war die Aktion „Rollen für Bewegung“, ein Benefiz-Rollstuhlrennen, an dem auch die Degginger Pfadfinder beteiligt waren. 

Die pfadfinderischen Grundgedanken des einfachen Lebens in und mit der Natur, des respektvollen Miteinanders in der Gruppe, des Einstehens für Schwächere und des Lernens durch Tun und Erfahrungen („Learning by doing“) sind heute aktueller denn je. Die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen des Stammes Deggingen geben diesen Idealen ihr Gesicht und folgen damit der Aufforderung des Gründers der Pfadfinderbewegung, Lord Robert Baden-Powell of Gilwell: „Versucht, diese Erde ein bisschen besser zu verlassen, als ihr sie vorgefunden habt!“

geschrieben von:
Nicole Kimmel
Silke Wagner